Die Seifensieder PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 13. Februar 2011 um 00:54 Uhr

Seifensieder, 1791

Seifensieder gab es seit dem Spätmittelalter und sie entwickelten sich als Beruf aus der Eigenproduktion heraus. Sie stellten flüssige Schmierseifen und feste Kernseifen her. Dazu vermengten sie Rindertalg mit Pottasche und versetzen diese Masse mit Natronsalz zum Erhärten. Oft stellten sie auch aus dem restlichen Talg, dem Unschlitt, Talglichter bzw. Unschlittkerzen her und standen damit in Konkurrenz zu den Lichterziehern und Kerzenmachern. Da ihre Arbeit feuergefährlich war und außerdem auch sehr stank, siedelten sich viele Seifensieder am Rande der Stadt an.

Mit dem Aufkommen von Gas und Elektrizität wurde der Beruf des Seifensieders in herkömmlicher Weise überflüssig.

Seifenherstellung in Crosfield, 1886Seifensieder, Niederlande 1704 - Artist: LuykenSeifensieder bei der Arbeit, England 1818 - Holzschnitt

Zum Herstellen von Seifen benötigt man Öle und Fette. Aus ihnen gewinnt man durch Verseifung höherer Fettsäuren, der sogenannten Saponifikation, Alkalisalze.

Toiletteseifenfabrik Stockhausen in Neuss, alte Reklamemarke Fettseife

Zum Seifensieden benötigt man dann eine Lauge, in der die Fette so lange gekocht werden, bis ein schleimiger Seifenleim entsteht. Die Lauge wird aus Holzasche oder Pottasche, also Kali hergestellt oder aus einer Kombination von Natron/Soda und Ätzkalk. Das Sieden der Seife kann nicht unbeaufsichtigt bleiben, da man die Masse stundenlang ständig umrühren muss.
Um nun ein feste Seifenstück zu erhalten muss man dem Seifenleim Kochsalz hinzufügen. Dadurch trennen sich die festen (der Kern) von den flüssigen Bestandteilen (Unterlauge).
Schluechtener Kernseife

Durch das Sieden in Natronlauge erhält man Schmierseife. Siedet man das Fett dagegen in Kalilauge erhält man feste Seife.
Die feineren Toilettenseifen werden mit Duft- und Farbstoffen, sowie Mandelkleie, Glycerin und Bimsstein veredelt.

 

50kg Talg >> 100kg Seifenleim >> 70kg getrocknete Seife

Gowans Stover's U.G. Soap, USA/NY 1888

tierische Zutaten: Fischtran;  Talg von Schafen, Rindern, Ziegen; Fett von Pferden, Schweinen, Walfischen, Robben, Galle

pflanzliche Zutaten: Palmöl, Kokosöl, Olivenöl, Sesamöl, Rüböl, Hanföl, Leinöl, Kakaobutter, Sheabutter, Pech, Harze

Fossil-Steinöl-Seife aus Tirol



 

Ausbildungszeit: 3-6 Jahre

Tätigkeiten:
Zubereiten von Laugen, Sieden, Aussalzen, Garsieden, Formen

Sunlicht Seife Reklamemarke (vintage)

Seifen werden zum Waschen der Wäsche, zum Reinigen des Körpers und der Haare, als Fleckentferner und medizinisches Produkt verwendet.

Seifennadeln, DDRGrazer Familienseife - Firma Carl Jacobi

Luxusseife, Toilettenseife, Feinseife, Kernseife, Gallseife, Riegelseife, Fassseife, Seifenpulver, Haushaltsseife, medizinische Seife, parfümierte Seife, Duftseife, Blumenseife, Seifennadeln, Steinölseife, Badeseife, Schafsmilchseife, Handschutzseife, Hausseifen, Cremeseife, Honigseife, Brockenseife, Rasierseife

indische Blumenseife, 1911



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Mai 2011 um 23:44 Uhr
 

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