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Samstag, den 25. September 2010 um 00:00 Uhr

Das tägliche Bad

Baby wird von Kinderschwester gebadet, ca. 1965Frau wäscht Baby, Senegal um 1930-40

Mutter wäscht ihr Kind,  1840Borax Seife zur Babypflege

 

Mädchen in der Badewanne - Italienlustiges Baden- kleines Mädchen in der Badewanne, Italien

Reklamemarke, Spezialhaus B.B.Cassel, Gesundheitspflege"Das Kind wird während des 1. Lebensjahres, am besten auch noch im 2. Lebensjahr täglich gebadet. Dieses tägliche Bad dient nicht nur zur Reinigung, es regt auch die Blutbewegung an, fördert körperliche Entwicklung, Appetit und Verdauung.

Wenn eine eigene Waschkommode eingericht werden kann, läßt sich das Bad viel rascher und mit weniger Mühe durchführen, als wenn erst der Familientisch abgeräumt und alles zum Bad Nötige zusammengesucht werden muß.

Vor dem Bad und überhaupt vor jeder Verrichtung an dem Kinde muß sich die Pflegerin eine reine Schürze anziehen, die Ärmel bis zum Ellenbogen aufstülpen, die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen und gut abtrocknen, um das Kind nicht durch feuchte, kalte Hände zu erschrecken. Vor allem sind die Fingernägel rein zu halten.

Das Badewasser.

Man benützt als Badewanne entweder eine mittelgroße Zinkschüssel oder eine Kinderbadewanne. Sie wird zu 3/4 ihrer Höhe mit lauwarmen Wasser gefüllt, unter ständigem Bewegen des Wassers mit dem Thermometer, nicht mit dem Ellenbogen oder der Hand, unter der Wasserfläche gemessen, bis das Badewasser den richtigen Wärmegrad, also 36°C erreicht hat. Ist das Badewasser zu kühl, muß das Kind zu viel Eigenwärme abgeben, ist es zu heiß, schwächt das tägliche Bad. Der nur für das Körperchen bestimmte und besonders gezeichnete Waschlappen wird in das Wasser gelegt, die Seife in einem Behälter an die Wanne gehängt, oder gut erreichbar daneben gestellt.

Das Badetuch aus gut aufsaugendem Stoff, wozu sich Frottier- oder Gerstenkornstoff, auch grobes Leinen in Größe von 80x80 eignet. Das obere linke Ende wird rot gezeichnet und nur zum Abtrocknen des Gesichtchens verwendet. Das Badetuch wird vor dem Ausziehen des Kindes in die Schürze gesteckt um nach dem Bade gleich zur Hand zu sein..

das Baby wird gebadet, 1926

Das Baden.

Man nimmt das Kind aus dem Bettchen,
legt es auf die freie Hälfte des Wickelpolsters,
zieht es rasch aus,
reibt das Gesäß mit den Windel-Enden gut ab, um das Badewasser nicht zu verunreinigen, legt die gebrauchte Wäsche sogleich in den vorbereiteten Eimer,
hebt mit der rechten Hand das Köpfchen,
schiebt die linke Hand darunter bis zur Achselhöhle,
umspannt diese mit dem Daumen, Zeigefinder und Mittelfinger,
läßt Köpfchen und Hals auf dem linken Handgelenk der Pflegerin ruhen,
faßt mit der rechten Hand das Gesäß,
hebt das Kind vorsichtig in das Badewasser, damit keine Wasser in die Ohren läuft,
seift mit der Hand oder dem Badelappen den Körper, mit Ausnahme des Gesichtes, ein, spült die Seife gut ab,
legt die Hand auf die Brust des Kindchens,
dreht es rasch um, indem man es zwischen den zwei Händen hält,
schiebt die linke Hand wieder unter die Achselhöhle,
hebt dabei das Köpfchen über den Wasserspiegel, damit das Kind kein Wasser schluckt, seift und wäscht Rücken, Hinterkopf und After ebenso wie den Vorderkörper ab,
dreht das Kind wieder vorsichtig nach oben,
schlägt es in das vorgebundene Badetuch,
legt es auf den Kopfpolster,
frottiert das Körperchen gut durch, bis sich die Haut trocken und warm anfühlt.

das Baby wird von einer Säuglinsgpflegerin gebadet, 1926

Waschen des Gesichtes.

Gesicht, Hals und Ohren werden erst nach dem Bade im vorbereiteten, lauwarmen Gesichtswasser mit dem Waschlappen gut gereinigt und mit der rotgezeichneten Ecke des Badetuches getrocknet."

[aus: Neues Lehr- und Schulbuch der Säuglingspflege, 1926]

Baby badet in einer Wanne, England, 1911


 


 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 13. April 2011 um 19:41 Uhr
 

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