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Dienstag, den 06. Juli 2010 um 21:25 Uhr |
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Die Wiege dient als Babybettchen, welches sich meist zum Einlullen des Kindes bewegen lässt. So gibt es Wiegen, die quer auf ihren Kufen schwingen und welche die längs schaukeln. Außer der Funktion als Einschlafhilfe meinte man auch, dass der Gleichgewichtssinn der Kinder durch das schaukeln geübt wird. Bei den reicheren Leuten hatten die Kinder mehr Zeit, in der Wiege zu verweilen, als bei den armen Leuten. So kam es nich selten vor, dass die adligen Kinder bis zu ihrem dritten Lebensjahr in der Wiege nächtigten. Dementsprechend groß waren dann auch die Wiegen. Allerdings kamen sie bei den Reichen im 18.Jahrhundert langsam aus der Mode.
Der Begriff der Wiege hat einen germanischen Ursprung.
Es gibt ganz verschiedene Wiegenarten:
- Längsschwinger - Kind wird überkopf geschwungen (Hessen, Thüringer, Siegerland, Wetterau, Südwestfalen)
- Querschwinger
- Doppelschwinger - Bettkasten kann gedreht werden
- Ständerwiegen - Bettkasten schwingt zwischen zwei festen Ständern (Mecklenburg, Vorpommern)
- Hängewiegen - ein Korb oder Lakenbett wird an der Decke aufgehängt (Fichtelgebirge, Böhmen)
- Lakenwiegen - eine Stange wird über zwei Ständerpaaren aufgestellt und daran das Lakenbett befestigt. Dies war sehr praktisch für Arbeit auf dem Felde. (Siebenbürgen, Kremnitz, Bistritz)
- Eisenwiegen (nördliches Westfalen)
- spitzzulaufende Wiege - nach unten spitzzulaufender Bettkasten wird zwischen zwei festen Ständern aufgestellt (Mecklenburg, Vorpommern, Prignitz)
- Drahtwiege - Drahtkorb wird auf eisernem Gestell befestigt (Rheinland)
Einige Wiegen waren sehr kunstvoll bemalt oder erhielten aufwendige Schnitzereien. Dabei wurden glücksbringende und dämonenabwehrende Symboliken verwendet.

1889

1913

1889

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 21:08 Uhr |