Milchschorf oder Kopfgneis? PDF Drucken E-Mail
Montag, den 15. November 2010 um 00:12 Uhr

Milchschorf auf dem Kopf eines SäuglingsDer Milchschorf - früher teils auch 'Erbgrind' genannt - ist ein krustiger Auschlag auf der Haut des Kopfes, manchmal auch im Gesicht eines Säuglings. Sein Aussehen erinnert an in einem Topf leicht angebrannte Milch, daher wohl der Name.

Er wurde noch Anfang des letzten Jahrhunderts z.B. in der Steiermark für 'soviel gsund' und für einen Schutz der noch nicht verknöcherten Fontanelle des Schädels gehalten. Bei Entfernung des Grindes befürchtete man, dass  sich ein Wasserkopf bilde könne oder das dann 'auf die Lunge schlage'.

Tatsächlich aber handelt es sich um eine Frühform von Neurodermitis im Säuglingsalter, die mit einem großen Juckreiz und einer starken Festverschuppung bzw. Vergrindung einhergeht. Er tritt meist ab dem zweiten bis dritten Lebesmonat auf und kann um das 2. Lebensjahr von selbst verschwinden. Eine Vorstellung beim Arzt zwecks Behandlung ist dennoch angeraten, um der Manifestation von Neurodermitis vorzubeugen. Abgesehen davon ist das Jucken ist für das Kleinkind sehr beieinträchtigend.

Der Kopfgneis ist im äußeren Erscheinungsbild dem Milchschorf sehr ähnlich, weshalb er von Laien auch oft damit verwechselt oder gleichgesetzt wird. Im Unterschied tritt er jedoch bereits nach der ersten Lebenswoche auf, verschwindet meist im dritten Monat, wird niemals chronisch und ist nicht mit Juckreiz verbunden. Die Verschuppung ist eine Folge übermäßiger Talgproduktion und ensprechen fetthaltig weich - sie läßt sich mittels Baden und Ölen nach und nach ablösen.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 03. März 2011 um 23:37 Uhr
 

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