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Donnerstag, den 04. November 2010 um 23:13 Uhr

Das Milchgebiss

 

Zahnung - Die Entwicklung des Milchgebisses, 1926

aus Neues Schul-Lehrbuch der Säuglingspflege, 1926:

Der Mensch erhält während seines Lebens zwei Gebisse. Das Milchgebiss mit 20 Zähnen und das Dauergebiss mit 32 Zähnen- Der kindliche  Mund ist zunächst zahnlos. Die in den Kiefern schon eingelagerten 20 Zähne des Milchgebisses brechen in folgender Reihenfolge durch: Zuerst erscheinen die unteren hinteren Schneidezähne, dann die oberen inneren und äußeren Scheidenzähne, dann die unteren äußeren Schneidezähne. Hierauf nicht die Eck-, sondern die ersten Backenzähne, nun die erst die Eckzähne und schließlich die zweiten Backenzähne. Die Zähne treten meist paarweise auf. Der Durchbruch beginnt gewöhnlich im 7. Monat; mit einem Jahr sind in der Regel die Schneidezähne fertig. Im 2. Jahr kommen die ersten Backen- und Eckzähne, und mit etwa 2 1/2 Jahren ist das Milchgebiss vollständig vorhanden.
Bei den meisten Kindern erfolgt der Zahndurchbruch ohne weitere Erscheinungen, bei einigen wird vorübergehende erhöhte Reizbarkeit, vielleicht sogar Durchfall, Verstopfung, Husten, Schlaflosigkeit, Erbrechen beobachtet. Das alles muss aber mit dem Durchbruch des Zahnes sofort wieder aufhören. Zahnen ist keine Krankheit. Man darf sich bei Krankheitserscheinungen nie mit dem Zahnen beruhigen, sondern soll die Entscheidung, ob hier wirklich nur ein Reizzustand oder nicht doch eine Krankheit vorliegt, dem Arzt überlassen. Die unberechtigte Annahme von schwerer Zahnung hat schon vielen kranken Kindern das Leben gekostet. Das volkstümliche "durch die Glieder Zahnen" ist nichts anderes als Rachitis, also eine wirkliche Krankheit, die den Zahndurchbruch wohl erschwert, aber nie durch das Zahnen verursacht wird.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. April 2011 um 22:59 Uhr
 

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