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Nein, es ist weder eine neuzeitliche noch eine westliche Erfindung, das Baby im Tuch am Körper zu tragen! Vielmehr habe es die Europäer im Zuge einer neuen kindgerechten Pädagogik wieder für sich entdeckt. Auch die Ökobewegung hat viel dazu beigetragen und nicht zuletzt der Luxus, Zeit für sein Kind zu haben. In Deutschland sieht man auch immer mehr Väter ihre Kinder im Tuch tragen. Das Tragetuch kann sehr unterschiedlich gewickelt werden, angepasst an die Größe und das Alter des Kindes sowie in Abhängigkeit von der Tätigkeit der Mütter. Denn die Kinder wurden von den Müttern getragen, damit sie ihre Babies zu jeder Zeit stillen können. Schließlich mussten die Frauen auch wieder ihren alltäglichen Verrichtungen nachgehen, was nicht selten entfernt von ihrem zu Hause war. So hat das Tragen im Tragetuch vorrangig einen praktischen Nutzen, damit man die Hände für das Tragen von Körben und Gefäßen frei hat. Das die Körpernähe dem Kind zugute kommt, dürfte zweitrangig, aber nicht zu unterschätzen sein. Während der Arbeit werden viele Kinder in Augennähe gebettet. Das Tragen im Babytuch ist vorallem für den Weg zwischen zwei Orten gedacht.
Nicht selten kann man bei einigen Kulturen auch Geschwister dabei beobachten, wie sie ihre Brüderchen oder Schwesterchen im Tragetuch umhertragen.
Gibt es kein Tuch, dann tut es auch ein Fell, wie bei den Aborigines oder bei den Inuits.
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