Schwangerschaft und Geburt bei den Arunta in Australien

Im Leben der Aruntas spielen Geister eine große Rolle. So gehen sie auch davon aus, dass einer der Ahnen- bzw. Totemgeister der Vater eines Kindes ist. Der leibliche Vater jedoch sieht sich nicht als Vater des Kindes - er meint lediglich, die Frau für das Eindringen des Ahnengeistes vorbereitet zu haben.
Erfährt der Ehemann von der Schwangerschaft der Frau, zieht er sich zur Beratung mit den Ältesten zurück, um herauszufinden, welcher Geist/Totem der wahre Vater des Kindes ist. Dies spielt im kommenden Leben des Kindes eine wichtige Rolle, da es seine kultischen Pflichten festlegt.Zur Geburt zieht sich die Gebärende in den Busch zurück und hockt sich in eine flache Sandgrube, die die Geburtshelferinnen für sie ausgehoben haben. Nach der Geburt zerteilen die Helferinnen die Nabelschnur des Säuglings zwischen zwei Steinen. Manchmal wird die Nabelschnur später vom Kind als Halskette getragen.

Das Kind wird relativ hellhäutig geboren; doch die Haut nimmt nach ein paar Tagen die gleiche dunkelbraune Farbe der Eltern an.

Quelle: Primitive Völker heute, Edward Weyer, Bertelsmann Verlag, 1959, S.239-240

 

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