Diebstahl PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 26. September 2010 um 20:20 Uhr

zwei Jungen stehlen Äpfel während Marktfrau schläft, um 1900 Manch einer klaut etwas aus Hunger oder Mangel - aus Hunger ist noch am ehesten nachzuvollziehen, korrekt ist es aber dennoch nicht. Für andere stellt es eine Art Mutprobe oder einen Geschicklichkeitstest dar, bei dem man sich etwas ohne Gegenleistung aneignet, ohne sich freilich dabei erwischen zu lassen. Das ist schon ziemlich übel, aber noch übler wird es, andere dazu aufzufordern oder sie dazu anzustacheln.

Und dann gibt es noch Leute mit geringem Selbstwertgefühl, die fälschlicherweise meinen ihr Ansehen mit einem Mehr an Besitz aufbessern zu können oder sich generell sicherer zu fühlen, je mehr sie davon ihr eigen nennen können. Manche, die nicht auf legalem Wege dazu gelangen können, neigen dazu, es sich unlauter durch Trickserei und Diebstahl anzueignen.


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Die kleinen Felddiebe - Poliziist führt sie dem Lehrer in der Schule vor, 1874 Jäger stellt kleine Vogeldiebe zur Rede, 1881, H. Böker

Hüte dich! - Junge fühlt sich von Äpfeln hinter einer Mauer verlockt, 1889
Text: Hüte dich vor'm  Apfelklauen, 1889

 

Hüte dich!


Wie sind die Äpfel doch so schön,
So lieblich lockend anzusehn, -
Ich könnte leicht mir einen nehmen! -
Wie köstlich schmecken sie! - Doch nein,
Dann würde ich ein Dieb ja sein
Und müßt vor aller Welt mich schämen.

Es sieht es Niemand, - - sollt ich nicht? -
Was ist das nur, das in mir spricht:
"Kind, hüte dich, du sollst nicht stehlen!" -
Das ist des lieben Gottes Wort; -
Sein Auge sieht mich fort und fort,

Vor ihm kann Niemand was verhehlen!

Ich will geschwind nachhause gehn
Und nicht mehr nach den Äpfeln sehn,
Und diesen Ort nicht mehr betreten.
Pfui, pfui, - ein Dieb will ich nicht sein,
Und sieht es auch nur Gott allein,
Wie könnt ich jemals wieder beten?

aus: Für Unsere Kleinen, 1889


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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. März 2011 um 01:30 Uhr
 

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