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Montag, den 18. Oktober 2010 um 20:14 Uhr |
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Aufmerksamkeit.
Kind. Lieber Vater, warum darf denn Gottfried nicht mit spatzieren gehen?
Vater. Weil er in der Schule nicht aufmerksam gewesen ist.
Kind. Was heißt denn aufmerksam? das Wort versteh ich nicht.
Vater. Bist du denn noch niemals aufmerksam gewesen?
Kind. Ich weiß nicht.
Vater. Du weißt es wol; aber du verstehst nur das Wort nicht. Wenn dein Lehrer bei dir sitzt und mit dir redet, was thust du dann?
Kind. Ich höre zu.
Vater. Das ist gut; aber indem du zuhörst, denkst du nicht auch zugleich an etwas?
Kind. Ja!
Vater. An was denkst du denn?
Kind. Ich denke an das, was mir der Lehrer sagt!
Vater. Nun gut, wenn du das thust, so bist du aufmerksam, und so mußt du allemal sein, wenn du etwas hörst oder siehst. Du könntest aber auch, wenn dein Lehrer mit dir redet, unterdessen an etwas anderes denken, z.B. an deine Spielsachen oder ans Essen, und wenn du das thätest, alsdann wärest du nicht aufmerksam, sondern unachtsam.
Kind. Ha, ha!
Vater. Es ist aber nicht recht, wenn man unachtsam ist; denn da lernt man nichts, das heißt, man behält nichts von dem, was der Lehrer sagt. Siehe, so hat es Gottfried heute gemacht; darum darf er auch nicht mit spatzieren gehen. Denn wenn man nicht recht thut, so darf man auch kein Vergnügen haben.
aus: Erstes Bilder- und Lesebuch von 1805 von J. A. Loehr
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. März 2011 um 01:28 Uhr |