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Mittwoch, den 29. September 2010 um 23:44 Uhr |
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| aus dem Wörterbuch der deutschen Volkskunde, 1974: |
| Bast als Mittel zum Flechten war schon frühgermanisch von Bedeutung. Darauf wird mhd. b e s t e n ='schnüren, binden' zurückgeführt. Der Bastler ist bei Hans Sachs ein Flickschneider. In allen oberdeutschen Mundarten (Bästeln, Bäscheln u.ä.), erst im 19.Jh. auch in der Schriftsprache, ist Basteln eine Beschäftigung, die vielfach reiner Selbstzweck bleibt und umso befriedigender empfunden wird, je mühsamer und vertüftelter der Herstellungsvorgang ist. Die erste Nachricht (um 1520) von der Schnitzerei in Oberammergau betrifft eine solche Künstlichkeit (Leiden Chr. in einer Nußschale). Die späte Volkskunde zeigt eine Fülle solcher Arbeiten Gelernter und Ungelernter. ... Die volkstümliche Kunstübung des Bastelns fand die Beachtung einer Pädagogik, die Notwendigkeit der schöpferischen Pause im Lern- und Leistungszwang unserer Zeit erkannte. Schon F. Fröbel, später die deutsche Jugendbewegung, in Skandinavien die Fürsprecher des alten Hausfleißes, schließlich die Leitungen besonders von Knabenklassen allenthalben sahen im Basteln eine wichtige Aufgabe der Erziehung. Die neue Wertschätzung des Steckenpferdes für jedermann wie des 'Do it yourself' als sinnvoller Gestaltung der Freizeit gehen in die gleiche Richtung. Anders als das Basteln der Knaben und Männer ist die weibliche Handarbeit stärker auf den unmittelbaren Nutzen im Haushalt ausgerichtet. |


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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. März 2012 um 22:39 Uhr |