Die Schulmilch PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 06. Juli 2010 um 23:26 Uhr

In den 80er Jahren gab es in der DDR Vollmilch, Vanillemilch, Fruchtmilch, Joghurtdrink und Kakao in dreieckigen Tetrapak-Milchtüten. Natürlich kannte man den Begriff des Tetrapak damals noch nicht, aber sie sahen genauso aus. Diese konnte man sehr gut in einen sechseckigen Plastikbehälter stapeln. Wolte man Milch in der Frühstückspause trinken, mussten einem die Eltern für den kommenden Monat das Milchgeld mitgeben. Dann bekam man Papiermarken. Am billigsten war natürlich die pure Vollmilch. Aber die fand ich richtig ekelhaft. Die Fruchtmilch hat nach künstlichem Bonbonaroma geschmeckt. Meistens habe ich Vanillemilch getrunken. Die hat 30 Pfennige gekostet. Der dickbreiige Joghurtdrink war auch sehr gewöhnungsbedürftig. In der ersten Klasse bekamen die Kinder im Hort, die bei der Mittagsruhe richtig geschlafen haben eine Kakaomilch. Das war was besonderes. Aber für mich nicht, da sie mir sowieso nicht geschmeckt hat. Ich mochte dieses Stillliegen und Nicht-schlafen-können absolut nicht. Die Pappbritschen knarrten bei jeder Bewegung, die verräterisch entlarvte, dass man wohl nicht schlief und die knisternde Bonbontüte schien mir wie mit einem Verstärker ins Ohr zu dringen, dass ich als sehr unangenehm empfand. Dazu musste ich auch direkt vor dem Lehrertisch liegen. Zum Glück konnte ich meine Mutter bald dazu bringen, mich vom Hort abzumelden.


 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 01. Dezember 2010 um 01:53 Uhr
 

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