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Montag, den 18. Oktober 2010 um 21:38 Uhr

bunte leckere Bonbons

Traurige Folgen der Naschhaftigkeit.

Der kleine Peter hatte oft seinen Eltern und Geschwistern Kleinigkeiten an Eßwaren und andern Sachen weggenommen. Als ihn endlich seine Mutter darüber betraf, sagte sie es dem Vater; und sie wurden eins, deswegen das böse Kind hart zu züchtigen. Da Peter nun sehr weinte, und vorwenden wollte: er hätte ja nur eine Kleinheit weggenommen, so sagte der verständige Vater: eben darum strafe ich dich hart, damit du nicht bei Kleinigkeiten lernest, Dinge von größerem Werte stehlen, und endlich am Galgen sterben müssest. Denn wer oft nur einen Apfel stiehlt, nimmt dereinst auch Geld, wenn er dazu kommen kann. Ein andermal nimm nicht das geringste ohne Erlaubnis dessen, dem es gehört.
von 1791 aus dem Kinderbuch zur ersten Übung im Lesen

 


 

Die beiden Geschwister.

Jacob und Anna waren einmal allein zu Hause. Da sagte Jacob zu Anna: "Komm, wir wollen in dem Hause etwas Gutes zu essen aufsuchen und es uns recht wohl schmecken lassen."
Anna sprach:"Wenn du mich an einen Ort hinführen kannst, wo es Niemand sieht, so will ich mithalten."
"Nun," sagte Jacob, "so komm mit in das Milchkämmerlein; dort wollen wir eine Schüssel voll süßen Rahms verzehren."
Anna sprach: "Dort sieht es der Nachbar, der auf der Gasse Holz spaltet."
"So komm mit mir in die Küche, " sagte Jacob; "in dem Küchenkasten steht ein Topf voll Honig, in diesen wollen wir unser Brot eintauchen."
Anna sprach:"Dort kann die Nachbarin hereinsehen, die an ihrem Fenster sitzt und spinnt."
"So wollen wir unten im Keller Aepfel essen." sagte Jacob. "Dort ist es so stockfinster, dass uns Niemand sieht."
Anna sprach: "O mein lieber Jacob! Meinest du denn wirklich, dass uns dort Niemand sehe? Weisst du nichts von jenem Auge dort oben, das die Mauern durchdringt und in's Dunkle sieht?"
Jacob erschrak und sagte: "Du hast Recht, liebe Schwester! Gott sieht uns auch da, wo uns kein Menschenauge sehen kann. Wir wollen daher gewiss nirgends Böses thun."

von 1853


 

Erziehungsratgeber von 1953: Naschkatzen Jungen beim übermäßigen Naschen, USA, 1907

Naschen.

Kind. Torten, Obst und Mandelkern
ess ich freilich gar zu gern,
auch möcht' ich wohl jenen Kuchen,
der so schön ist, gern versuchen.
Doch ein Stimmchen in mir spricht:
"Nasche nicht! Nasche nicht!"

Das Stimmchen. Aus dem Näscher wird ein Dieb,
drum, ist Glück und Ruh' dir lieb,
laß dich all' die süßen Brocken
nicht zum kleinsten Griffe locken!
Folg' dem Stimmchen, welches spricht:
"Nasche nicht! Nasche nicht!"

aus der Fibel 1895 von J.Kindervater




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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. März 2011 um 02:48 Uhr
 

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