Die Nachgeburt PDF Drucken E-Mail
Montag, den 15. November 2010 um 00:41 Uhr

 

Darstellung der Nachgert - 1899 Die Nachgeburt bezeichnet das Ausstoßen der Plazenta - also des sogenannten Mutterkuchens, von der sich das heranwachsende Kind während seiner Entwicklung im Mutterleib ernährte - sowie der restlichen Nabelschnur, der Fruchtblase und Eihäute. Dieser Vorgang wird von Nachgeburtswehen begleitet und findet normalerweise kurze Zeit (20 Minutuen bis 2 Stunden) nach der eigentlichen Geburt von alleine statt, kann aber auch mit bestimmten Handgriffen seitens der Geburtshelfer unterstützt werden.

Findet dennoch keine Nachgeburt statt oder wurde nicht alles ausgestossen, ist ärztliche Nachhilfe in Form einer Ausschabung erforderlich. Anderenfalls wären eine Entzündung der Gebärmutter oder die Entstehung von Kindbettfieber zu befürchten.


An den Ablösungsstellen der Plazenta bildet sich nach erfolgter Nachgeburt ein bluthaltiges Wundsekret, das mit einem 4-6 Wochen dauernden Wochenfluss von der Vagina ausgeschieden wird. Da das Wundsekret meist Bakterien enthält sollte besonders auf die entsprechende Hygiene geachtet werden.


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Ältere Bezeichnungen für die Nachgeburt sind auch: Nachfreude, Kram und Zeug.
So sagte man z.B. über eine Frau, die Geburt und Nachgeburt überstanden hatte:
'Sie hat gekramt.'


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In der Tierwelt wird die Nachgeburt, die einen hohen Proteinanteil besizt, meist vom Muttertier selbst gefressen ... es wird angenommen, dass das in manchen archaischen Kulturen früher auch bei Menschen vorgekam, quasi als Stärkung der stillenden Mutter. Seit dem Mittelalter ist bekannt, dass die Nachgeburt im Garten vergraben bzw. bestattet wurde, oft gepaart mit dem Brauch, darüber einen Obstbaum - siehe Geburts- oder Lebensbaum - zu pflanzen.

 


zwei Bestattungsgefäße fur die Nachgeburt - Japan

 


 



Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Mai 2011 um 17:28 Uhr
 

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