| Aussegnung & Wochenbett |
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| Mittwoch, den 29. September 2010 um 23:01 Uhr |
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Die Ausegnung gehört zum kirchlichen Brauchtum, wurde aber nur in der älteren katholischen Kirche während des Wochenbettes einer Frau praktiziert, während sie in der protestantisch evangelischen Kirche nur im Zusammenhang mit dem Ableben einer Person vorkommt.
. im Wörterbuch der deutschen Volkskunde, 1974 heißt es dazu: Innerhalb einer bestimmten Frist (2 bis 6 Wochen) nach der Entbindung besucht die Wöchnerin zum ersten Mal wieder die Kriche. Die katholische Kirche steht in Bezeichnung und Brauch der primitiven, aber alttestamentlichen Vorstellung von der Unreinheit der Wöchnerin näher als die protestantische, die mitunter auch den Segen über dem Sarg bem Verlassen eines Sterbehauses als Aussegnung bezeichnet (im Gegensatz zur Einsegnung am Grabe). Im Rheinland (um 1930) muß die Wöchnerin vor der Kirchentüre stehen (selten), im Glockenturm (Schönau) oder in einem bestimmten Stuhl hinten in der Kirche Platz nehmen. Sie kommt erst zur Predigt zur Kirche und verläßt sie wieder vor den andern. Sie besucht die Kirche nur in der Abenddämmerung. Die evangelische Kirche kennt meist nur noch den "einfachen" Kirchgang, mit dem sie oft die Taufe verbindet, oder die "Abdankung", "Verkündigung", in der die Gemeinde zum Gedenken und Gebet für die Kindsmutter aufgefordert wird. Auch Fürbitte, Aufopferung, Froher oder Dankbarer Kirchgang heißt der Brauch. Die katholische Aussegnung ist urtümlicher und und infolgedessen auch formenreicher. Die kirchliche Vorschrift zeigt von Diözese zu Diözese leichet und zuweilen von Land zu Land tiefergreifende Unterschiede. Meist ist die Aussegnung am Altar der heiligen Anna oder der Jungfrau Maria. Andere Frauen sitzen, knien oder stehen dabei. Danach ist ein Opfer, zuweilen mit Altarumgang, alte Brauchpflicht. Das Geld erhält der Küster oder es wird auf Pfarrer, Küster und Ministrant aufgeteilt. Aber auch die Hebamme, schließlich die Schulkinder, die Frauen und Männer der "Nachbarschaft" erhalten Kuchen, Gebäck oder versammeln sich zum gemeinsamen Kaffee. Auf all dies achtet die junge Generation weniger. Die Aussegnung erfolgt heute meist nur noch auf besonderen Wunsch. Auch die feierliche Geleitung der Wöchnerin durch den Ehemann oder sechs Frauen der "Nachbarschaft" ist selten geworden. Uneheliche Mütter segnete die sittenrichtende Kirche nicht aus. "Die müssen über den Besen springen" (Bingen).
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 05. Mai 2011 um 16:53 Uhr |