Wochenbettgebildebrote PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 17. November 2010 um 10:14 Uhr

Gebildebrot 'Martinsgans'Vorab: das Wort Gebildebrot ließe sich wohl am einfachsten in verständliches Deutch übersetzen mit Bilderbrot - also Backwaren, die in ihrer Form einer bildhaften Darstellung folgen. Die bekannteste und bis heute verbreitete Form ist die Brezel, die aber nicht an einen bestimmten Anlass gebunden ist. Im Brauchtum, v.a. im kirchlichen Zusammenhang gab es früher diverse Anlässe, in denen Gebildebrote verschiedener Form eine Rolle spielten - wie z.B. die links abgebildete Martinsgans.

 


 

Auch die Geburt eines Kindes war in manchen Gegenden ein Anlass, ein Gebildebrot zu backen und es der Hebamme für die Hilfe bei einer erfolgreichen Geburt zu schenken. Das geschah, währen der Zeit des Wochenbettes, was wohl zu der etwas sperrige n Bezeichnung Wochenbettgebildebrot führte.

Teils versuchte man dabei die Form einer Gebärmutter nachzuahmen, es konnte aber auch wie eine Kröte, eine Schildkröte oder ein Krebs aussehen.

Wurden die Wochenbettgebildebrote hingegen direkt zur Kindstaufe verteilt, kamen auch andere Formen zur Anwendung, z.B. der Kindsfuß als Stollen oder Semmel, Julkuse in Schweden, Spaltgebäcke und vierknäufige Weckenformen, die dann Vierzipf oder Strohsackl hießen.

Diese Wochenbettgebildebrote wurden aber nicht nur als Dank verschenkt, sondern darüber hinaus auch als Opfergabe für den Fruchbarkeitssegen verstanden.

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. April 2011 um 20:20 Uhr
 

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