Die Wöchnerin PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 06. Oktober 2010 um 21:54 Uhr

Als Wöchnerin bezeichnet man eine Frau, die ein Kind geboren hat für die daruf folgenden sechs Wochen. Diese Zeit sollte sie im Bett, zumindest aber in ihrem Zimmer verbringen. Überhaupt waren der Wöchnerin früher eine vielzahl von Tabus auferlegt ...

Andere Bezeichnungen sind: Kindbetterin oder auch Sechswöch(n)erin.

 

Des holdseligen Frauenzimmers Kindbett-Gespräch - 17.Jhd, Grafik und alte Schrift)

Das Wochenbett der Erzherzogin Isabella von Parma - 1762

Zu Besuch bei der jungen Wöchnerin - 1882, Gemälde von Michael Munkacsy

 

 


 

Es finden sich historische Zeugnisse von besonderer sozialer Führsorge und Schutz für Gebärende und Neugebore der armen Bevölkerungsschicht. In grösseren Städten sind mittelalterliche Wochenstuben belegt und in alten Holzsch nitten dokumentiert. In diesen Einrichtungen konnten arme Frauen, die sich die Bezahlung der Dienste einer Hebamme nicht leisten konnten, offensichtlich ihre Kinder zur Welt bringen. Darüber hinaus erhielten sie Essen und erfuhren Betreuung für die Zeit des Wochenbettes, wobei auch bereits vorhandene Kinder sichtlich mit einbezogen waren ...

 

Nürnberger Wochenstube - 15.Jhd, Holzschnitt von Albrecht DürerFrankfurter Wochen- und Kinderstube - 16.Jhd, Holzschnitt

 

 

Auch für das soziale Engagement einzelner ehrbarer Frauen für arme Wöchnerinnen fanden wir einen Hinweis:

[... ] In Nürnberg ward aber schon im Mittelalter für arme Wöchnerinnen gesorgt. Sie erhielten von der vordersten der ehrbaren Frauen, welche dem Hebammenwesen vorstanden und denen die Hebammen von der Armut Mitteilung machen mußten, bereits im 14. Jahrhundert ein Bett, etwas Geld, oder Schmalz usw. [...]

Quelle: BK12

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 16. April 2011 um 23:13 Uhr
 

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